[Rezension] The Raven King 04


Autor: Maggie Stiefvater 
Verlag: Scholastic 
Erscheinungsjahr: 2016 
ISBN 978-1407136646
439 Seiten
For years, Gansey has been on a quest to find a lost king. One by one, he’s drawn others into this quest: Ronan, who steals from dreams; Adam, whose life is no longer his own; Noah, whose life is no longer a lie; and Blue, who loves Gansey…and is certain she is destined to kill him.
Now the endgame has begun. Dreams and nightmares are converging. Love and loss are inseparable. And the quest refuses to be pinned to a path. 


 Ich habe mich soo riesig auf dieses Buch gefreut und ich kann schon vorweg sagen: Es hat mich nicht enttäuscht! 

Was ich besonders gerne an der Geschichte mochte, ist dass bis auf den letzten ca 150 Seiten die Suche nach Glendower nicht unbedingt im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um den Dämon, den Piper Greenmantle und Neeve im letzten Teil erweckt haben und der jetzt nach und nach Cabeswater zerstört, was natürlich ein Problem für Ronan und Adam ist. 

Die Geschichte wird wieder mal dominiert von den tollen und eigenartigen Charakteren, die sich so auch nur Maggie Stiefvater einfallen lassen könnte. 

Dabei ist Blue wahrscheinlich noch die normalste, wobei ich fand, dass man abgesehen von der Gansey-Sache relativ wenig von ihrer Gefühlswelt mitbekommen hat. 

Gansey tat mir ein bisschen leid. Je länger man ihn kennt, desto mehr merkt man, wie sehr dieser ganze Small Talk und höfliches Getue nur Fassade sind. Innerlich wird er immer wieder von Panikattacken geplagt, weil sein Gehirn ihm vorgaukelt, dass Wespen in der Nähe sind. Außerdem ist er in Bezug auf so viele Dinge unsicher. Ich finde, in diesem Teil hat man Gansey seelisch am Schwächsten gesehen, was aber nicht unbedingt negativ gemeint ist. Die anderen schauen immer noch zu ihm auf, aber er merkt viel deutlicher, dass es dafür vielleicht keinen Grund gibt. 

Adam ist von allen immer noch mein am wenigsten liebster Charakter. Ich finde ihn einfach seltsam und kann ihn nicht so recht verstehen. Und dann ist da noch Cabeswater, für das er ab und zu merkwürdige Dinge tut. Allerdings macht auch Adam eine deutliche Charakterentwicklung durch. 

Ronan ist dagegen einer meiner Lieblingscharaktere gleich nach Gansey. Er ist so ein eigensinniger Charakter, dass man kaum glauben kann, dass er eine fiktive Figur ist. Er muss mal wieder einiges mitmachen, bleibt aber trotzdem stark. Manchmal wollte ich ihn einfach nur drücken.  Seine freundschaftliche Beziehung mit Blue ist gerade in diesem Band sehr gut herausgekommen und ich mochte die Momente, in denen er ihr zu ihrer Gangster-heit gratuliert hat, immer sehr gerne. 

Artemus, Blues Vater verhält sich mega seltsam. Er versteckt sich im Schrank und will mit niemandem sprechen, obwohl gerade er helfen könnte... ich fand sein Verhalten blöd, gerade seiner Tochter gegenüber, die er nun endlich kennenlernen könnte. Es gibt zwar später noch eine kleine Erklärung, aber so ein Verhalten von einem erwachsenen Mann und Vater hat mich irgendwie irritiert. 

Natürlich ist auch Gwenllian immer noch so verrückt wie eh und je. Sie wohnt inzwischen in Neeves altem Zimmer unter dem Dach und kommuniziert meist nur singend. Ich bin mit ihr nie ganz warm geworden, wahrscheinlich, weil ich bei ihr nie so recht wusste, woran ich bei ihr bin.  

Außerdem bekommt ein Charakter mehr Bedeutung, der bislang nur am Rande erwähnt wurde: Henry Cheng. Auch wenn er eigentlich immer freundlich ist und Gansey bei vielen Dingen hilft, war ich immer ein bisschen auf der Hut. Er hat mich irgendwie nie so recht davon überzeugen können, dass man ihm trauen kann.Irgendwie gehörte er nicht so richtig dazu und ich habe nicht ganz verstanden, warum die Autorin entschieden hat, ihm in diesem Buch mehr Bedeutung zu verleihen.

 Übrigens, auch wenn der Großteil der Geschichte nicht ganz so viel Handlung hat, gibt es trotzdem immer eine unterschwellige Spannung. Schließlich gibt es da drei Dinge, die ich als Leser ganz dringend wissen wollte: Wird Gansey wirklich sterben? Wird Blue ihn küssen? Und werden sie Glendower finden? 

Was Glendower angeht, hatte ich mir so etwas in der Richtung schon gedacht, aber die anderen Fragen waren für mich offen und so habe ich gespannt weitergelesen. 

Die Liebesgechichte zwischen Gansey und Blue ist wie auch schon bislang eher hintergründig. Aber sie ist vorhanden und die zwei haben auch ihre schönen, ruhigen Momente (auch, wenn ich mir immernoch nicht so recht vorstellen kann, dass Gansey etwas in erotischer Weise will... versteht ihr, was ich meine? So ist er irgendwie nicht drauf...). 

Und, was ich fast noch aufregender fand, ein anderes Ship wird wahr *-* Ich will nicht zu viel verraten, aber wenn ihr meine Rezension zum dritten Teil gelesen habt, wisst ihr wahrscheinlich sowieso, was ich meine.  

Der Schreibstil ist wie gewohnt seltsam und fast schon magisch. Zwischendurch musste ich schon manchmal denken "was lese ich da eigentlich?", aber im Endeffekt hat die Autorin so eine schöne und besondere Ausdrucksweise, dass ich über diese Stellen ohne Probleme hinwegsehen konnte.  
Ich muss sagen, dass das Ende mir dann ein bisschen zu schnell ging und ich gerne noch etwas mehr erfahren hätte. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an dem Buch.  
 Ich habe dieses Buch echt geliebt, genau wie eigentlich die ganze Reihe. Ich möchte sie auf jeden Fall nochmal rereaden. Wer die Reihe noch nicht angefangen hat, sollte das umgehend tun. Bis auf einen halben Kritikpunkt, über den ich auch hinwegsehen kann, hat mir das Buch durch und durch gefallen und ich liebe alle Charaktere darin. Die Autorin hat mit ihrer Reihe etwas ganz Besonderes geschaffen, das man so leicht kein zweites Mal findet. 

5,5 / 6  Blümchen

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