[Rezension] Agent 21: Im Zeichen des Todes


Autor: Chris Ryan 
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: cbt 
ISBN 978-3570308356
320 Seiten 

Als der 14-jährige Zak seine Eltern unter ungeklärten Umständen verliert, weiß er noch nicht, wie sehr das sein Leben verändern wird. Ein seltsamer Mann taucht plötzlich auf und bietet dem Jungen eine neue Existenz an: Aus Zak wird AGENT 21. Er weiß nicht, was mit Nr. 1-20 passiert ist, doch am Ende seiner Mission soll er erfahren, was es mit dem Tod seiner Eltern auf sich hat. Zaks erster hochriskanter Auftrag führt ihn nach Mexico. Er soll sich mit dem Sohn des skrupellosen Drogenbosses Martinez anfreunden – um so an Informationen über eines der mächtigsten Kokainkartelle weltweit zu kommen. Alles läuft wie geplant, bis Martinez’ Sicherheitschef Calaca Verdacht schöpft ...




Agentenstorys sind ja voll mein Ding. Früher oder später ist mein Blick da natürlich auf diese Reihe gefallen. Was mich allerdings zögern lassen hat, war, dass der Protagonist noch ziemlich jung ist - 13 zu Beginn des Buches. 
Mella hatte das Buch vor einiger Zeit gelesen und es hatte ihr so gut gefallen, dass ich mich entschieden habe, es auch zu lesen (ihre Rezi findet ihr HIER). 
Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Leider wurden sie nicht so ganz erfüllt. 

In dem Buch geht es um den 13-jährigen Zak, der vor einem halben Jahr beide Eltern unter etwas mysteriösen Umständen verlor. Er lebt jetzt bei seiner Tante und seinem Onkel, die ihn nicht wirklich da haben wollen und ihn eher schlecht behandeln. Das war mir fast schon ein bisschen zu sehr Haschen nach dem Mitleid des Lesers. Dann gibt es da noch seine Cousine Elli, die seine einzige Freundin ist. Mit ihr versteht er sich ganz gut, aber er verschwendet später auch keinen einzigen Gedanken mehr an sie, weshalb ich ihren Charakter eigentlich überflüssig fand. 
Zak merkt, dass er verfolgt wird und schließlich spricht ihn ein älterer Mann an, ob er nicht als Agent für eine Geheimorganisation tätig werden will. Nach langem Abwägen stimmt er zu und wird auf eine einsame Insel in Schottland gebracht, auf der er in den wichtigsten Dingen unterrichtet wird. 

Da ich wie gesagt schon mehrere Bücher über Agenten gelesen und vor allem Filme über sie gesehen habe, habe ich ein recht klares Bild im Kopf von den Methoden, die sie anwenden. Mir ist klar, dass Zaks Ausbildung größtenteils übersprungen wurde, aber da fehlten mir doch einige grundlegende Dinge wie Abhörtechniken oder Nahkampf. Schön, dass er Autofahren kann und mit einer Waffe umgehen kann. Aber das rettet ihn sicherlich auch nicht in jeder Situation. Auch Dinge wie Kontaktaufnahme mit einer Zielperson oder so hat er nie aktiv gelernt, das kann er irgendwie aus dem Bauch heraus. Fand ich leider nicht so glaubwürdig. Er ist einfach noch ziemlich jung und in dem Alter hat man nicht so ein umfassendes Verständnis von der Welt wie ein paar Jahre später. Wenn der Autor gesagt hätte, die Ausbildung fängt mit 13 an und mit 18 ist er ein einsetzbarer und vollständig ausgebildeter Agent, okay. Aber nach sechs Monaten war dann doch ein bisschen früh. 
Und ehrlich gesagt wundert mich das ziemlich, da in der Autorenvita steht, dass Chris Ryan selbst 10 Jahre lang Mitglied der Eliteeinheit SAS war und über solche Kenntnisse definitiv verfügen sollte. 

Zaks Entwicklung in dieser kurzen Zeit war nicht die einzige, die ich unglaubwürdig fand. Sein Auftrag ist es, sich in Mexiko mit dem Sohn des Drogenbosses Martinez zu befreunden. Cruz ist ein extrem blasser Charakter, der nur dem Zweck der Zielperson dient. Er ist entweder total distanziert oder der Autor hat sich bei ihm schlichtweg keine Mühe gegeben - Freunde sind die beiden in meinen Augen jedoch nicht wirklich. Und auch Cruz verändert sich ganz plötzlich, was mich einfach nur die Augen verdrehen ließ. 

Das Buch wird ab einem Alter von 13 Jahren empfohlen, was ich für nicht angemessen halte. Mal ganz abgesehen davon, dass Zak sich nicht wie ein normaler 13-jähriger benimmt, wird häufiger mal beschrieben, wie grausam Leute ermordet wurden (unter anderem werden verwesende Leichen beschrieben und Gehirnmasse, die durch die Gegend spritzt. Das muss doch nicht sein in dem Alter). 



So negativ sich das jetzt alles anhören mag, schlecht fand ich das Buch eigentlich nicht. Es war okay, kurzweilig und ließ sich schnell durchlesen. Ich werde ganz sicher weiterlesen und hoffe, dass die Bücher etwas glaubwürdiger werden, sobald Zak älter wird. 

4 / 6 Blümchen


1 Kommentar:

  1. Agent mit 14 Jahren? Vermutlich liegen noch Jahre der Ausblidung
    dazwischen?

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